Wehrpflicht nach Personenstandsänderung

Sobald man als österreichischer Staatsbürger, der in Österreich lebt, den Personenstand auf „männlich“ ändert, kann es sein, dass man via Brief die Aufforderung zur Musterung/Stellung vom Bundesheer erhält.

Transgender* Personen sind nicht automatisch von der Wehrpflicht befreit.

Am 7.7.2021 wurde folgendes offiziell beschlossen:

„Transgender-Personen, welche nach entsprechender behördlicher Festlegung der Personenstandsbehörde dem männlichen Geschlecht angehören, unterliegen daher ebenso der Wehrpflicht, wie andere männliche Staatsbürger. Damit sind diese Personen grundsätzlich verpflichtet, den Grundwehrdienst zu leisten, sofern die Stellungskommission den betreffenden Wehrpflichtigen für „Tauglich“ befundet hat. Personen mit anderer individueller Geschlechtsidentität („divers/inter/offen“) können derzeit freiwillig Wehrdienst leisten.“

Quelle: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/AB/AB_06473/index.shtml

 

Allerdings haben viele trans* Personen noch andere (Psych-)Diagnosen, die sie untauglich machen. Weiters könnte der (nicht-normativ-männliche) Hormonspiegel als körperliche Untauglichkeit eingestuft werden und vielleicht führt auch das regelmäßige Einnehmen von Medikamenten (Testo) zur Untauglichkeit.

Dazu eine Kopie der psychiatrischen Stellungnahme, der anderen psychischen Diagnose (beispielsweise Depression) oder/und eine Stellungnahme des Hausarztes zum Hormonspiegel oder zur regelmäßigen Medikamenteneinnahme eingeschrieben an das Stellungskommando senden.

Obwohl die Diagnose „Transsexualität“ nicht mehr offiziell aus Ausschlussgrund gilt, ist es sicherlich hilfreich dennoch eine Kopie der psychiatrischen Stellungnahme, in der die Diagnose „Transsexualität“ (F64.0) festgestellt wurde, mitzuschicken.

Eventuell erhält man anschließend den Untauglichkeitsbescheid. Sobald man untauglich ist, muss man auch keinen Zivildienst leisten, siehe hier.

Hinweis: Den Brief unbedingt eingeschrieben versenden. Falls das Stellungskommando nicht rechtzeitig auf den Brief reagiert und im schlimmsten Fall die Militärpolizei kommt um einem zur Stellung mitzunehmen, kann man somit nachweisen, dass man den Brief rechtzeitig versendet hat.

Es kann sein, dass man dennoch zur Stellung muss, da offiziell nur das Stellungskommando über tauglich/untauglich/vorübergehend untauglich entscheiden kann. Zur Stellung ebenfalls folgendes mitnehmen und direkt am Anfang vorweisen:

  • die psychiatrische Stellungnahme, in der die Diagnose „Transsexualität“ (F64.0) festgestellt wurde
  • falls eine andere psychische Krankheit besteht, die psychiatrische Stellungnahme davon
  • Stellungnahme des Hausarztes zum Hormonspiegel oder zur regelmäßigen Medikamenteneinnahme

Eventuell wird man anschließend direkt für untauglich erklärt.

 

 

Keywords: Wehrpflicht Transmann Österreich, Wehrpflicht transgender Österreich, Bundesheer Transmann Österreich