Der Weg zu Operationen

Um sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterziehen zu können muss man bereits ein Jahr in Behandlung einer Hormonersatztherapie sein. Die einzige Ausnahme ist die Mastektomie (siehe hier).

Für eine geschlechtsangleichenden Operation benötigt man zuerst die Diagnose „Transsexualität“ (F64.0). Falls man diese bereits durch die Freigabe der Hormonersatztherapie erhalten hat, werden für die geschlechtsangleichende Operation jeweils eine Stellungnahmen  (also insgesamt zwei) von folgenden Therapeut*innen benötigt:

  • einer*einem Psychiater*in
  • einer*einem klinischen Psycholog*in ODER einer*einem Psychotherapeut*in

 

In den Stellungnahmen müssen folgende Punkte aufgelistet sein:

  1. Die Diagnose „Transsexualität“ (F64.0)
  2. Die Erklärung, dass ein Zugehörigkeitsempfinden zum anderen Geschlecht besteht und dieses aller Voraussicht nach weitgehend irreversibel ist
  3. Die Notwendigkeit des operativen Eingriffs.

 

Siehe auch: https://www.sozialministerium.at/dam/jcr:5f11808e-71d3-434d-bc2c-566910ad1167/empfehlungen_transsexualismus2017.pdf

 

Die Stellungnahmen verlieren nach einem Jahr ihre Gültigkeit!

 

Hinweis: Falls man eine geschlechtsangleichenden Operation ohne oder vor der Hormonersatztherapie durchführen lassen möchte muss, wie oben beschrieben, zuerst die Diagnose „Transsexualität“ (F64.0) festgestellt werden. Um diese Diagnose zu erhalten werden jeweils eine Stellungnahme (also insgesamt drei) von folgenden Therapeuten benötigt:

                • einer*einem Psychiater*in
                • einer*einem klinischen Psycholog*in 
                • einer*einem Psychotherapeut*in

In den Stellungnahmen muss die Diagnose „Transsexualität“ (F64.0) stehen.

In der Theorie braucht man anschließend für eine geschlechtsangleichenden Operation nochmals jeweils eine Stellungnahme (also insgesamt zwei) von folgenden Therapeut*innen:

                • einer*einem Psychiater*in
                • einer*einem klinischen Psycholog*in ODER einer*einem Psychotherapeut*in

In den Stellungnahmen muss folgendes stehen:

      1. Die Erklärung, dass ein Zugehörigkeitsempfinden zum anderen Geschlecht besteht und dieses aller Voraussicht nach weitgehend irreversibel ist
      2. Die Notwendigkeit des operativen Eingriffs.

Zusammengefasst benötigt man also theoretisch für eine geschlechtsangleichenden Operation 5 Stellungnahmen. In der Praxis werden, wenn der Wunsch für die geschlechtsangleichenden Operation geäußert wird, die zwei weiteren Stellungnahmen bereits in die vorherigen integriert. Also benötigt man unterm Strich nur drei Stellungnahmen (jeweils eine Stellungnahme von einer*einem Psychiater*in, einer*einem klinischen Psycholog*in und einer*einem Psychotherapeut*in). Die drei Stellungnahmen müssen obige drei Punkte enthalten.

 

Hier das Ganze grafisch dargestellt:

Quelle: https://www.sozialministerium.at/dam/jcr:f59fb474-4c35-4924-85a1-9249a7f40aa0/grafik_transsexualismus.pdf

 

Ein paar Beispiele für Stellungnahmen: https://chaingepeergroup.at/mastektomie-beispiel-stellungnahmen/

 

Sobald man obige Stellungnahmen besitzt kann ein Erstgespräch bei einem Chirurgen festgelegt werden.

 

Hinweis: Beim Ausmachen des Termins muss man noch nicht beide Stellungnahmen besitzen. Diese können auch noch in der Zwischenzeit organisiert werden. Erst beim Termin selbst muss man die 2 Stellungnahmen haben.

Man erhält die Stellungnahmen zwar wesentlich schneller als beim ersten Mal, allerdings sollte man die Wartezeit auf die Termine der Therapeut*innen und die anschließende Wartezeit auf die Stellungnahme nicht unterschätzen!

 

Erstgespräche können auch ohne Stellungsnahmen besucht werden, allerdings schreibt die*der Chirurg*in dann keinen Befund.

 

Viele Chirurg*innen bieten auch private Termine an. Dies kann die Wartezeit auf den Termin enorm verkürzen.

 

Info:
Man kann die Rechnung bei der Krankenkasse einreichen und erhält 80% vom Standardtarif retour. Muss nicht 80% vom tatsächlich gezahlten Betrag sein!

Siehe: https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.837759

 

Zum Termin bei*beim Chirurg*in müssen beide die Stellungnahmen mitgenommen werden. Der*die Chirurg*in schreibt dann auch eine Stellungnahme. Diese muss mitsamt den Stellungnahmen der Therapeut*innen anschließend bei der Krankenkasse persönlich, wie bei der Bewilligung der Hormonersatztherapie, eingereicht werden.

 

Sobald man die Bewilligung erhält (kann bis zu 5 Wochen dauern), ruft man in der Klinik an um entweder einen weiteren Termin auszumachen, zu dem man die Bewilligung der Krankenkasse mit nimmt um dann persönlich in der Klinik einen OP Termin auszumachen oder um direkt einen OP Termin festzulegen. Dies variiert je nach Klinik.

 

Ein paar Informationen zur Mastektomie

Generell wird empfohlen etwa 6-12 Monate, nachdem mit der Testosterontherapie begonnen wurde, zu warten, da sich die Brust, je nach Veranlagung, während der Testosterontherapie zurückbilden kann. Somit könnte es sein, dass man nach einem Jahr keine großen Schnitte mehr benötigt, um die Brust an eine männliche Brust anzupassen. Außerdem lässt sich aus einer kleineren Brust einfacher eine männliche Brust rekonstruieren.

 

Falls allerdings der Leidensdruck zu groß ist und man nicht noch ein Jahr warten kann, kann man die Mastektomie auch früher durchführen lassen. 

 

Man kann eine Mastektomie auch ohne Hormonersatztherapie durchführen lassen.

 

Da die Wartezeit auf den OP Termin sich je nach Krankenhaus auf 3-12 Monate beläuft und zusätzlich noch die Wartezeit auf das Erstgespräch und die Zeit, die man benötigt um die Stellungnahmen aufzutreiben, hinzukommen, ist es ratsam beim Start der Testosterontherapie mit der Planung der Mastektomie zu beginnen.

 

 

Keywords: transgender Operationen Österreich