Outing-Tipps

Sich zu outen kostet einiges an Überwindung. Im folgenden möchten wir ein paar Tipps nennen, die das Outing etwas erleichtern können.

Es wäre empfehlenswert sich erst bei Menschen zu outen, die ziemlich wahrscheinlich positiv reagieren werden. Somit hat man schon einen gewissen Rückhalt und kann gestärkt an die Outings herangehen, die sich schwieriger gestalten werden.

Es hilft auch sich vor dem Gespräch in die Person hineinzuversetzen und zu überlegen wie man sich der Person am Besten outen kann. So individuell wie Menschen sind, werden auch die Outings sein.

 

Menschen reagieren oft ablehnend auf Dinge, die sich nicht verstehen. Deshalb sollte erklärt werden was es bedeutet transgender zu sein. Viele setzen beispielsweise trans* Personen und Drag Queens/Kings gleich.

Es werden wahrscheinliche viele Fragen kommen. Desto mehr man von denen selbst beantwortet, desto besser ist die andere Person aufgeklärt und kann die Situation besser verstehen. Verständnis führt zu Unterstützung.
Im Internet stehen gerne Unwahrheiten. Auch deshalb ist es besser diese Fragen selbst zu beantworten, solange man sich dabei auch wohl fühlt.

Das Outing muss auch nicht immer mündlich sein. Man kann beispielsweise einen langen detaillierten Brief schreiben.

Nicht enttäuscht sein, wenn die Initialreaktion nicht die erwünschte ist. Menschen brauchen manchmal Zeit sich mit neuen Dingen auseinander zu setzen. Wir hatten bereits Jahre Zeit uns mit dem Thema Trans* zu beschäftigen und auch wenn unsere Liebsten uns eigentlich bedingungslos akzeptieren sollten, kann es sein, dass sie etwas Zeit brauchen um sich umzustellen. 

So kann es sein, dass jemand, dessen erste Reaktion “das werde ich zu verhindern wissen” war, später der ist, der zu einem (trans Mann) sagt “Du bist ein Mann, also gehst du auch aufs Männerklo. Komm jetzt mit!”.

Insbesondere Eltern reagieren manchmal abweisend, weil sie sich für ihr Kind (auch wenn dieses erwachsen ist) verantwortlich fühlen und dessen Wohl durch das Trans*-Thema in Gefahr sehen. Diese Eltern kann es entlastend, wenn sie Aufklärung von Personen, die sie als Expert*innen einschätzen (z.B. Ärzt*innen, Therapeut*innen), erhalten. 

 

Wir wissen, dass trans* Personen oft mehr oder gleichwertiges (Fach-)Wissen über Trans* besitzen als so manche dieser Autoritätspersonen. Leider wird dieses Wissen um den eigenen Zustand oft nicht ernst genommen oder ignoriert. Falls euch das passiert, zeigt diesen Personen vielleicht:

  • Interviews/Artikel von trans-geschulten Ärzt*innen/Therapeut*innen
  • Dokumentationen in denen Ärzt*innen (positiv!) über das Thema Trans* aufklären z.B. Arte-Doku „Ein Mädchen“ https://www.youtube.com/watch?v=IScf_fyQ40c 

oder diese NDR Doku: „Testosterongesteuert: Wenn aus Fußballerinnen Männer werden”

Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=2wuzdG0ktlQ
Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=TjqAOjw-AYI

 

Eltern kann es helfen, wenn sie sehen, wie andere Eltern von trans* Kindern ihre (anfänglichen) Ängste/Zweifel überwinden!

Outings werden mit der Zeit einfacher, da man selbst Übung hat und sich mit jedem Mal besser ausdrücken kann.

 

 

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